Ehrenmal ist fest gegründet

Warten auf die Zuschuss-Zusage – so lautet derzeit die Devise bei der Initiative "Rettet das Ehrenmal". Die Mitglieder gehen davon aus, dass sie noch im März erfahren, ob die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Restaurierung der Mosaiksäule an der Christuskirche finanziell unterstützt oder nicht.

Erst dann sollen die Planungen weitergehen. Macht die Stiftung doch für einen Zuschuss zur Bedingung, dass die Restaurierungsarbeiten noch nicht begonnen haben. Das vom Verfall bedrohte Ehrenmal stammt aus den 30er Jahren und soll an die Oberurseler, die im Ersten Weltkrieg ums Leben kamen, erinnern.

Wie berichtet, waren im Sommer 2011 die Arbeiten am Denkmal – die Firma Steyer war dabei, das Mosaik abzunehmen – gestoppt worden, weil die Säule zu schwanken begann. Inzwischen haben Untersuchungen ergeben, dass der Unterbau des Denkmals standsicher und in gutem Zustand ist. "Da waren wir sehr erleichtert", sagt Wolfgang Breese, Leiter der Abteilung Städtebau und Stadtgestaltung im Rathaus. Jetzt müsse geklärt werden, wie die Säule, die hohl ist, gesichert werden könne, eventuell durch einen Metallstab, der eingegossen werde. "Der Statiker ist noch am Rechnen." Zudem steht laut Breese noch nicht fest, was mit den Mosaiksteinen im oberen Teil der Säule geschieht, die wegen des Baustopps noch nicht abgenommen werden konnten. Sie seien besonders fest verankert und nur mit großem Aufwand abzulösen.

Abzusehen ist schon jetzt, dass wohl mehr als die ursprünglich veranschlagten 170 000 Euro in die Rettung des Denkmals investiert werden müssen. Parlamentschef Dr. Christoph Müllerleile (OBG), der sich seit Jahren für den Erhalt des Ehrenmals einsetzt, geht trotzdem davon aus, dass das gesamte Projekt in diesem Jahr abgeschlossen werden kann. Was über Spenden – bisher sind mehr als 80 000 Euro zusammengekommen – und Zuschüsse hinaus an Geld noch fehlt, müsste die Stadt übernehmen, meint er. Bisher hat sie 35 000 Euro zur Verfügung gestellt. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) sieht zwar die Stadt "ein Stück weit in der Verantwortung", wie er sagt, aber auch die Bürger in der Pflicht. (Aus: Taunus-Zeitung vom 09.03.2012).