Mosaik wird bald abgenommen und eingelagert

Im August 2010 wurde die Initiative zur Rettung des maroden Ehrenmals an der Christuskirche gestartet. Die Mosaiksäule befindet sich im Eigentum der Stadt Oberursel (Taunus) und wurde am 19. August 2010 vom Landesamt für Denkmalpflege wieder als Denkmal eingestuft. Die Gesamtkosten zur Erhaltung der Säule belaufen sich auf circa 170.000 Euro. Von Seiten der Stadt wurden 35.000 Euro überplanmäßig im laufenden Haushaltsjahr zur Verfügung gestellt.

Dieses Geld wird nun dazu verwandt, das Mosaik zu dokumentieren, in Segmente zu teilen, kontrolliert abzunehmen und einzulagern, um es vor dem weiteren Verfall zu sichern. Hierfür hatten sich zwei Firmen mit völlig unterschiedlichen Ansätzen beworben.

Der eine Betrieb sah vor, das Mosaik abzunehmen und nur brauchbar erscheinende bildliche und textliche Teile zu erhalten. Der Rest sollte nach Vorlage neu rekonstruiert werden und später im Mörtelklebeverfahren auf den Betonschaft der Säule aufgebracht werden.
Dieser Sanierungsansatz wurde jedoch vom Landesamt für Denkmalpflege wegen der erfahrungsgemäß geringen Dauerhaftigkeit und dem Verlust des Originals abgelehnt.

Den Zuschlag erhielt nun die Firma Matthias Steyer aus Eppstein. Diese sieht vor, das Mosaik in 16 Segmentflächen aufzuteilen und dann in einem Spezialsägeverfahren von der Säule zu trennen. Die Teile werden abgenommen und in der Werkstatt restauriert. Dabei werden die Mörtel- und Epoxidharzschichten entfernt und die einzelnen Segmente auf ein stabiles Kohlefasernetz aufgebracht. Diese sollen dann mit Edelstahlankern in einem Abstand von 3 cm (bisherige Mörtelschicht) an der Säule befestigt werden. Dadurch werden Säulenkern und Mosaik thermisch getrennt und die Fugen der Segmente bleiben sichtbar.

Damit wäre das bautechnische Grundproblem der Säule - Rissebildung, Hinterfeuchtung und damit Frostabsprengung - dauerhaft beseitigt. Die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich auf ca. 170.000 Euro.

„Die weitere Entwicklung ist natürlich von den Spendeneinnahmen der Initiative abhängig. Wir als Stadt haben durch die bereitgestellten Mittel dafür gesorgt, dass das Mosaik nicht weiter verfällt. Dabei handelt es sich vorerst um eine Teilmaßnahme. Wir hoffen natürlich, dass weiterhin viele Leute mit ihren Spenden zum Neuaufbau des Ehrenmals beitragen und die Arbeiten zügig fortgesetzt werden können“, so Bürgermeister Hans-Georg Brum in einer Pressemitteilung.